Historische Festungsstadt – Moderne Forschungsstadt

 Diese beiden Pole, mit denen Jülich ein unverwechselbares Erscheinungsbild hat, bilden die Eckpunkte und Symbole für das angestrebte Leitbild. 

Die Identifikation der Jülicher mit ihrer Stadt und ihre Lebensqualität sollen gefördert werden.

Die Bewohner der Stadt Jülich setzen sich mit der 2000-jährigen oft leidvollen Geschichte ihrer Stadt auseinander, pflegen und präsentieren die vorhandenen Zeugnisse.

Gerade die historischen Baudenkmäler bieten ein herausragendes Potential für den Ausbau von Tourismus und zur Imageverbesserung der Stadt.

Die Stadt strebt eine nachhaltige Entwicklung an, in der eine Stärkung der Wirtschaftskraft und eine deutliche Verbesserung des Arbeitsmarktes erreicht werden sollen.

Zu den bisherigen Maßnahmen der Standortverbesserung will die Stadt insbesondere „Know how“ aus dem Umfeld ihrer Forschungseinrichtungen nutzen, um zukunftsfähige Betriebe anzusiedeln.

Das Bewusstsein und Verantwortungsgefühl ihrer Bewohner für die drängenden gesell­schaftlichen und ökologischen Probleme unserer Zeit sollen gestärkt werden.

Durch verstärkte Investitionen in Anwendungen ressourcenschonender Technologien können langfristige wirtschaftliche Möglichkeiten eröffnet werden.

 

In der 2000-jährigen Stadtgeschichte ist die stetige, meist vergebliche Bemühung um eine wirksame Befestigung dominierend. Die wichtigen Baudenkmäler Hexenturm, Zitadelle und Brückenkopf sowie die Struktur der Innenstadtanlage aus der Renaissance sind markante Zeugnisse der historischen Festungsstadt Jülich.

Überregional bekannt geworden ist Jülich in den letzten Jahrzehnten durch die Aktivitäten des Forschungszentrums Jülich und der Fachhochschule Aachen, Abteilung Jülich.

Die wissenschaftlichen Ergebnisse und ihre Anwendungen machen Jülich zu einer modernen Forschungsstadt.

 

Das Leitbild ist mitbestimmend in allen relevanten Aspekten der Jülicher Stadtentwicklung. So werden die historischen Strukturen der „Festungsstadt Jülich“ bei den Planungen in der Innenstadt berücksichtigt. Die Ergebnisse der Jülicher Forschungen werden nach Möglichkeit bei entsprechenden Projekten umgesetzt; Transfer von High-tech in die Stadt soll sich neben der Präsentation auch auf Anwendung und Ausbildung z.B. im Bereich von Energieerzeugung oder Energieeinsparung beziehen.

Die folgenden Thesen sind daher als wünschenswerte Leitgedanken für Jülichs Stadtentwicklung formuliert:

 Mit dem Leitbild haben die Jülicherinnen und Jülicher eine Plattform für viele Aktivitäten gefunden, die unter dieser Klammer eine bessere Zusammenarbeit ermöglicht. Durch die gemeinsame Anstrengung für die zentralen Imagepole Jülichs entsteht eine Diskussion und gegenseitige Hilfe auch bei unterschied­lichen Ansätzen und Aufgabenschwerpunkten. Besonders durch die Auseinandersetzung mit überregionalen Vereinbarungen zur Lokal­politik wie Klimabündnis oder Agenda 21 erfahren alle gesellschaftlichen Initiativen eine Unterstützung, die ausdrücklich Teil des Leit­bildes sein soll. Neben der Werbung für die attraktiv rekonstruierten Denkmäler ist die kritische Betrachtung der eigenen Festungs­geschichte und die Anforderungen an eine zukunftsweisende Forschung zu berück­sichtigen. Wegen des hohen Bildungsstandes der Bewohner und der modernen Institutionen hat Jülich eine besondere Verantwortung für die Zukunft.

Die Unterstützungsmöglichkeiten von Stadt und Technologieeinrichtungen fördern die Ansiedlung von Firmen gerade aus dem High-tech-Bereich. Infrastruktur, Verkehrsan­bindung, Flächenangebote, die große Zahl der qualifizierten Arbeitskräfte und die Lebens­qualität mit Freizeit- und Kulturangeboten unterstreichen diese Vorteile. Durch die Potentiale vor Ort ist Jülich ein ausbaufähiger Tagungsort für Institutionen verschiedener Fachrichtungen. Der Charakter Jülichs als Forschungsstadt wird ablesbar durch Präsentation der eigenen Forschungsleistungen und ihrer Ergebnisse.

 

Das Leitbild fördert die Imagebildung Jülichs als Markenzeichen in der Region. Mit den Baudenkmälern Zitadelle und Brückenkopf bietet Jülich einmalige Zeugnisse verschie­dener Geschichtsepochen und imposante Kulissen für Freizeitgestaltung und Kulturerlebnis. Das Freizeitgelände Brückenkopf mit Zoo, Garteneinrichtungen, Spiel- und Sport­anlagen bietet abwechslungsreiche Unter­haltung für Familien. Ruraue und Sophienhöhe sind interessante Wanderziele mit speziellen Naturgegebenheiten.

Diese Ziele werden nach einem einheitlichen Konzept weiterentwickelt und vermarktet. Beschilderung, Informationssysteme, Auskunftsstellen, Service bei Anfragen und für Veranstaltungen erleichtern Interessenten den Besuch Jülichs.

Mit der größeren Besucherzahl profitieren auch die Einwohner durch Verschönerungs­maßnahmen, Auslastung und Ausweitung der vorhanden Angebote und Stärkung der eige­nen Wirtschaftskraft, ohne zu starke Be­lastungen in Kauf nehmen zu müssen.

Entsprechend dem Leitbild ist Jülich auch für Besucher spezifischer Zielgruppen aus einem weiträumigeren Einzugsgebiet attraktiv. Für wissenschaftliche und interessierte Gruppen werden in Jülich Veranstaltungen angeboten und durchgeführt, bei denen direkt vor Ort Objekte als Anschauungsmaterial einbezogen werden können. Um entsprechende Program­me auch mit weiteren Events in Kultur und Gastronomie auszubauen, müssen Vereinba­rungen mit passenden benachbarten Kommunen getroffen werden.

Ausblick:

Das Leitbild muss von den Teilnehmern am Stadtmarketing in ihre Gremien und in die gesamte Öffentlichkeit getragen werden. Es kann nur bei großer Zustimmung auf Dauer etwas bewirken und muss regelmäßig überprüft und angepasst werden.

 

Verabschiedet am 18.Januar 1999 vom

Initiativkreis Stadtmarketing Jülich

Teilnehmende Jülicher Institutionen:

Beirat für kommunale Entwicklungsplanung, Brückenkopf-Verein, Bündnis 90/Die GRÜNEN-Fraktion, Bürgerbeirat Historische Festungsstadt, BUND, CDU-Fraktion, DGB, Evangelische Kirchengemeinde, Fachhochschule Aachen, Abt. Jülich, F.D.P.-Fraktion, Forschungszentrum, Förderverein Festung Zitadelle, Industrieverband, Jülich Information, Geschichtsverein, Kreishand­werkerschaft, Kreissparkasse Düren, Landesgartenschau, Katholische Propstei­pfarr­gemeinde St. Mariä Himmelfahrt, Stadt Jülich, Stadtsportverband, SPD-Fraktion, Werbegemeinschaft.